Liebe Familie, liebe Freunde!
3 Jahre lang hab ich euch in meinem Blog so das Eine oder Andere über den äyptischen Alltag berichtet. Viel Kurioses war dabei und das Leben am Nil war und ist ein Abenteuer.
Das Jahr 2011 war bisher sehr anstrengend und ereignisreich für uns.
Begonnen hat´s mit Explosionen in Alexandria, die das ganze Land in Aufregung versetzt haben und seither ist der tägliche Umgang zwischen Muslimen und Christen deutlich schwieriger geworden und es gibt ständig Reibereien und ständiges Misstrauen.
Weiter gings dann im Galopp mit der Revolution, der 25. Jänner war ein Tag, wo uns eigentlich sofort klar war Ägypten, die Um el dunja (Die Mutter der Welt) wird nicht mehr dieselbe sein. Es waren intensive Wochen und Monate mit Erinnerungen, die einen irgendwie nicht mehr loslassen wollen und immer wieder hochkommen. Das tägliche Leben am Nil ist deutlich mühsamer geworden, die üblichen Dinge wie kein Wasser, kein Strom und seit Neuestem auch kaum Benzin und Gas zählen da noch zu den kleineren Problemen. Die demokratische Freiheit, die sich Ägypten so sehr wünscht ist noch in weiter Ferne und mit dem was wir in den letzten Wochen so erleben glauben wir auch, dass das noch eine ganze Zeit so sein wird. Mittlerweile bin ich als Ausländerin in Sohag wohl ganz alleine und alle haben das Weite gesucht. Es kommt immer wieder zu unangenehmen Situation für mich und ein Stückchen Bewegungsfreiheit ist verloren gegangen.
Auch Ramy´s Arbeit hat ihm das letzte Jahr über einfach alles abverlangt und 5 Jahre im Haifischbecken der Pharmabranche haben vorallem gesundheitlich nicht besonders erfreuliche Spuren hinterlassen. Er hat die Entscheidung getroffen, dass es mehr als an der Zeit ist die Notbremse zu ziehen. Ich bin froh darüber, Geld ist nicht alles im Leben und der Job ist es einfach nicht wert ständig am Rande des Burnouts zu arbeiten und vielleicht irgendwann dabei drauf zu gehen wie man so schön sagt.
Deshalb ist über die letzten Monate die Entscheidung gereift die Koffer zu packen und nach Österreich zurückzukehren. Ich werde mich Ende September auf nach Graz machen und auf Jobsuche begeben.
Es wird ein schwere Abschied von diesem Land, seinen gastfreundlichen und herzlichen Menschen, die mich vor 10 Jahren das erste Mal mit offenen Armen empfangen haben. Ein schwerer Abschied von Familie und Freunden und vorallem meinem Ehemann. Dieser Abschied hoffentlich nur auf Zeit und vielleicht geht mein bescheidener Weihnachtswunsch in Erfüllung, dass wir uns unterm Christbaum wiederfinden. Es scheint unser Schicksal zu sein uns immer wieder trennen zu müssen und doch wieder zu finden.
Ich bin euch natürlich für jede Art von Hilfe, Zuspruch und guten Gedanken mehr als dankbar und hoffe, dass mir irgendwie ein Anfang gelingt.
Wir glauben Ägypten wird noch lange brauchen sich von der Revolution zu erholen und die Zeichen stehen auf Sturm, es ist Zeit dem Nil den rücken zu kehren und an die Zukunft zu denken. Der viel zitierte Flächenbrand im arabischen Raum geht weiter und wird noch lange brennen.
Ich wünsch mir sehr, dass Ägypten den Weg in die demokratische Freiheit schafft, aber es wird wohl noch Jahre dauern bis es soweit ist.
Liebe Grüße vom Nil
Lisa
Schweren Herzens haben wir uns am Mittwoch wieder
Richtung Nil begeben :) Ein wahrer Kulturschock nach 4 Tagen im Disneyland von Hurghada. Immer wieder ein Erlebnis und das Meer ist einfach der Hammer. Erfreulicherweise ist Hurghada doch besser
von Touristen bevölkert als von uns erwartet.
Endlich mal Zeit für ein bisschen
Entspannung und Ramy hat sich ein paar Tage Erholung wirklich schwer verdient :) Wir machen einen spontanen Kurzurlaub in Hurghada (bei den derzeitigen Hotelpreisen wirklich eine Okkasion!!!) Ich
freu mich auf das (türkisblaue?) rote Meer.......hoffentlich ohne Haie ;) Wir logieren wieder im Iberotel Aquamarine......einfach die Seele baumeln lassen.....
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